Freitag, 8. Mai 2015

6. Etappe - die zweite lange Etappe

07:00 Uhr - aufstehen. 
Die Nacht im gemeinsamen Schlafsaal haben wir gut überstanden, das meditative Schnarchen hat keinem geschadet. Auch das späte ins Bett gehen war für die meisten kein Problem. Timo war sogar überaus schnell aus dem Bett und hat seine Sachen gepackt - beflügelt von dem 3:0 Sieg von Barcelona. Ansonsten war der morgendliche Ablauf wie immer: anziehen, Rucksack packen, Tasche zum Auto bringen, frühstücken. Für uns war, wie am Abend zuvor, wieder im unteren Raum gedeckt, sah toll aus. Und es gab glutenfreies Frühstück für Lisa und Robin vom Haus. 
Nach dem Frühstück kam Urlaubsstimmung auf: da wir strahlend blauen Himmel hatten mussten sich alle eincremen - bevor wir losgingen!
Nachdem alle versorgt waren versammelten wir uns draußen vor der Herberge. Wir stellten fest, dass heute noch einmal 19 Kilometer vor uns lagen, dass wir uns bei Kilometer 38 befinden - und dass wir keine Rast machen, bevor nicht eine 2 vorne an den Kilometersteinen steht! Wir sangen "Schweige und höre", klärten, wer von den Großen vorne geht - und wer ganz hinten bleibt - und machten uns auf den Weg. Ein kleines Stück durch Arzua, dann ging es wieder in die herrliche Natur. Bei Sonnenschein lief es sich ganz anders, man nahm die Umgebung ganz anders war. Wieder gab es viele kleine Begegnungen und Gespräche auf dem Weg. Immer mit Interesse und Bewunderung an uns, meistens für unsere Kinder. Die Strecke war hügelig, auf und ab, dazu die Sonne. Heute wurden vermehrt kurze Trinkpausen gemacht. Kurz nach Kilometer 29,5 kehrten wir bei "Casa Tia Dolores" ein. Ein urige Ort, an dem wir Hamburger und Sandwiches aßen. Das Café lag an einer Ecke um einige Pilger wollten den falschen Weg weiter gehen. Nach dem Essen stellte sich Oke an die Ecke und wieß den ankommenden Leuten den Weg. Die Frage, ob er hier nicht ein Praktikum machen will, verneinte er. Der "Wirt" machte noch ein Foto von uns und schon waren wir wieder auf dem Weg. Zwei Ecken weiter war ein Stand mit Souvenirs. Es wurden Muscheln, Karten, Capis und Wanderstöcke gekauft. 
Auf und ab, mit schönem Sonnenschein, abgewechselt mit Wolken, was sehr gut tat. Was auffiel war die schöne Vegetation, sattes Grün und viele blühende Blumen. Die zweite Hälfte zog sich ziemlich, einigen war es zu heiß, anderen schmerzten die Füße. Und wieder andere hatten einfach keine Lust - aber da konnte meistens Abhilfe geschaffen werden. So ging Lucas ganz allein, ohne dass man ihn ziehen musste, im zügigen Schritt, sobald sich Lisa an seine Fersen geheftet hatte. Da hätten wir man früher drauf kommen können! 
Da alle sehr tapfer waren und wieder noch ein langes Stück Berg erklommen werden musste versprachen wir oben auf dem Berg ein Eis. Ein Café, mit schöner Gelegenheit draußen zu sitzen, auch wenn sie direkt an der Straße war. Hier hätten wir noch länger sitzen können, aber wir hatten ja noch vier Kilometer vor uns - und Hasi hatte für uns um 19:00 Uhr Abendessen bestellt. Also weiter. Der letzte Rest war in meinen Augen nicht schlimm, da ich wusste, wohin wir noch mussten. Ich erinnerte mich aber, dass es sich beim letzten Mal endlos anfühlte, obwohl es das nicht war. Ich musste Hasi trotzdem anrufen, denn 19:00 Uhr zum Essen schafften wir nicht. Noch eine Pinkelpause, danach durch die Stadt und schon trafen wir auf Hasi. Wir gingen direkt ins Restaurant, in dem werden wir morgen auch frühstücken, bestellten verschiedenste Gerichte - und guckten Fern. Es ist schon spannend zu sehen, dass eigentlich immer der Fernseher läuft - was die wenigsten stört.....
Nach dem Abendessen führte Hasi uns zur Herberge. Leider eine andere, als beim letzten Mal, vielleicht aber auch gut, denn hier hatte sich Max ja den Arm gebrochen. Gemeinsam mit ca. 150 anderen Menschen teilten wir uns den Schlafsaal, unterbrochen durch Sichtschutz, aber ohne Schnarchschutz, wie ich jetzt beim schreiben feststelle. 
Schlafanzug an, Zähne putzen und ab ins Bett. Es gab keinen Widerstand!
Wir großen setzen uns noch oben im Aufenthaltsraum zusammen. Insgesamt haben wir diese zweite lange Etappe gut gemeistert, kein Vergleich zur 2. Etappe. 
Morgen wird unsere letzte wirkliche Etappe sein. (die 5 Kilometer am Samstag kann man ja kaum als echte Etappe sehen, sondern als Willkommensspaziergang für Santiago....)
Es stellte sich schon heute ein Gefühl des Bedauerns ein, dass das Wandern dann vorbei ist. Es ging eindeutig zu schnell vorbei. Trotzdem freue ich mich sehr auf morgen, denn wir erreichen den Monte de Gozo und können einen ersten Blick auf Santiago werfen. 
Nun liege ich also im Schlafsaal, lausche dem meditativen Schnarchen und den Erzählungen unserer Kindern im Schlaf. 














Kommentare:

  1. Hallo, ich bin Paul's Tante. Ich bin sehr beeindruckt von eurer Reise. Jeden Morgen lese ich erst einmal mit voller Spannung den Tagesbericht. Für den Endspurt wünsche ich euch gutes Gelingen, viel Spaß sowie das ein oder andere Eis... Ganz liebe Grüße Verena Nachtwey

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  2. Guten Morgen, jetzt habt Ihr es bald geschafft - ich bin begeistert.

    Paul, ich bin wahnsinnig stolz auf Dich ! Und ich hoffe, Du auch :o) Es macht so viel Spass, Euch zu beobachten. Wir freuen uns auf Eure Rückkehr und Eure Berichte !!!

    Bleibt gesund und munter, ganz liebe Grüße an alle Wanderer von Pauls Mama, Martina Schwenn

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  3. Liebes Wandersleut,

    heute ist unser letzter Schultag,
    morgen haben wir Ferien!!!

    Henry geht morgen zum Hafengeburtstag.
    Maxi vermisst Konsti,
    Leo vermisst seinen Gregor,
    Max H. vermisst Lisa.
    Malte vermisst Lonnece.
    Wir vermissen Euch alle!!!
    Finn Ole meint der HSV gewinnt und St. Pauli verliert.

    Toll, dass Lukas und Larissa alleine gehen.

    Niklas sagt, dass ihr alle gesund wiederkommen sollt.

    Habt noch eine schöne Zeit!

    Viele liebe Grüße IIIK und IIIL



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