Donnerstag, 7. Mai 2015

5. Etappe - die Sonne scheint

07:00 Uhr - aufstehen ist angesagt!
Wie immer würden wir liebevoll, durch das Anknipsen der Deckenbeleuchtung, von Hasi geweckt. Auch heute viel es einigen schwer aufzustehen. Die letzte Nacht war kalt, klamm und es wurde geschnarcht. Dadurch haben einige nicht wirklich gut schlafen können.....
Also mussten wir motivieren, Sachen packen, Bus bepacken, Fundsachen aus den Zimmern an den Mann bringen (es ist schon faszinierend, wie überzeugend manch einer es rüberbringt, dass die Sachen ihm nicht gehören, obwohl der reingeschriebene Namen etwas anderes sagt). Da unsere gestrige Herberge kein Frühstück angeboten hat stapelten wir die Rucksäcke im Eingangsraum und gingen ins nächste Café. Dort gab es wieder das typische Pilgerfrühstück: getoastetes Weißbrot mit Butter und Marmelade - dazu ein ColaCao (Kakao).
Irgendwie war es dort gemütlich, irgendwie waren wir antriebslos, jedenfalls kamen wir heute erst sehr spät auf den Weg. Eigentlich merkwürdig, war heute doch der erste Morgen, an dem es nicht geregnet hat. Kühl war es trotzdem!
Da die Herberge nicht direkt an dem Pilgerweg lag mussten wir in der Stadt erst einmal die richtige Richtung suchen. Da wir nicht allein auf dem Weg unterwegs waren war er aber schnell gefunden... Raus aus der Stadt, rein in die schöne Landschaft. Es war eine schöne Luft, der feuchte Boden wurde von der Sonne, die immer wieder zwischen den Wolken durchblitzte, erwärmt und verströmte einen schönen Duft. Eukalyptusbäume taten ihr übriges dazu. 
Mitten drin stand ein kleiner Verschlag, wo man Obst kaufen konnte - mit einer Kasse, auf Vertrauensbasis. 
Wir machten eine kleine Rast und aßen Bananen. Wasser zum Auffüllen der Flaschen gab es umsonst - und man konnte die Pilgerbriefe stempeln. Der Weg führte uns wieder durch Dörfer und Felder, Kühe wurden auf die Weide getrieben, Hunde bellten. 
Ein Anstieg kam, der sich ziemlich hinzog. Oben angekommen traf man auf das Café der "drei Deutschen", in dem wir bei unserer letzten Reise eingekehrt waren. Ein Teil von uns machte dort Rast und man erinnerte sich an uns. Es ging wieder bergab und dann kam ein langer, steiler Aufstieg. Hinzu kam, dass die Sonne für den Moment alle Wolken vertrieben hatte, so dass es schön warm war....
Oben angekommen ging es noch um zwei Kurven und dann wurde in dem nächsten Kaffee Mittagspause gemacht. Ausgelassene Stimmung und die Sonne ließen uns dazu hinreißen, dass sich jeder noch ein Eis aussuchen konnte. Allerdings erst, nachdem man sich hat eincremen lassen. Hat funktioniert.....! Gestärkt gingen wir weiter, eine ziemliche Berg- und Talfahrt. Und trotzdem war größtenteils gute Laune - ein schönes Miteinander. Und immer wieder gibt es Überraschungen. Da läuft Larissa heute doch - abgesehen von den Teilen, an denen es steil bergauf ging - alleine, ohne an einer Hand zu sein, in ihrem Tempo den Weg. Toll. 
Der Weg rein nach Arzua, ein selten unschönes Städtchen, ist nicht der schönste, entlang an der Straße. Hasi war überrascht, dass wir um 16:00 Uhr schon da sind. Ich ehrlich gesagt auch. Direkt vor der Herberge haben wir erst einmal eine Trinkpause gemacht und während dessen schon mal die Essensplanung für den Abend erledigt. Dann Rucksäcke auspacken, Betten beziehen, duschen. Hinterm Haus hat die Herberge einen kleinen Innenhof, in dem man sich die Wartezeit bis zum Essen gut vertreiben konnte. Da wurde geschrieben, Füße massiert, gequatscht - und Verstecken gespielt. Gregor hatte die besten Verstecke, er wurde nie gefunden.  
Im Extraraum, in dem wir beim letzten Mal Ultreia gesungen haben, diente als Essensraum. Sehr lecker. Ein, zwei Schüler wollten danach ins Bett - die anderen gingen nach vorne ins Café, um Barcelona gegen Bayern zu gucken. In der Pause brachten wir wieder einen Schwung ins Bett. Dass Barcelona 3:0 gewonnen hat, hat die meisten erfreut. Nur Konsti war untröstlich traurig....
Dann alle ins Bett und schnell schlafen 
Morgen haben wir unsere zweite lange Etappe vor uns, 19 Kilometer!
Das Wetter soll schön werden, ich weiß aber auch schon, dass der ein oder andere Berg auf uns wartet.....
Wir werden sehen. 
Gute Nacht. 

 















Kommentare:

  1. Viele Dank für die tollen Reiseberichte. So ist es ein klein wenig mit dabei. Weiterhin gute Reise.
    Nina

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  2. Auch ich möchte meine Grüße los werden, obwohl ich nur einige der "Großen" kenne. Schön, Eure Erlebnisse hier nachlesen zu können. Es ist ja bewundernswert, dass so viele Kilometer gelaufen werden - ich weiß genau wie sich bergan anfühlt :). Euch noch viel Spaß und viele schöne Erlebnisse und immer einen Schutzengel um Euch.
    Liebe Grüße von Silke

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  3. jeden Morgen ist mein erster Schritt an den PC um zu sehen, wie Ihr den letzten Weg gestern geschafft habt. Es ist so beeindrucken, wie Eure Schriftführerin so wahnsinnig anschaulich alles illustriert. Man ist innerlich direkt neben Euch. Wir sind so stolz auf Euch, wie Ihr alle diesem komischen Wetter trotzt und Euer Ding durchzieht, bis Ihr am Ziel angekommen seit. Hurrah, es ist etwas ganz Besonderes, was Ihr da zusammen macht !
    Aber auf Eure Rückkehr freuen wir uns alle auch schon riesig, denn wir vermissen Euch alle.
    Ganz liebe Grrüße an Alle und einen Kuss an Gregor von seiner Mama :-)

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  4. Buenos Diaz ihr Jacobs-Blogger und Bugi-Jogger,
    bald habt Ihr es geschafft! In Gedanken bin ich die vielen Etappen mit Euch gewandert und dank der tollen Berichterstattung hatte ich das Gefühl, ganz nah dabei zu sein. Klasse! Ihr könnt stolz auf Euch sein und auf das, was Ihr da geschafft habt. Ich meine damit nicht nur die Kilometer in Spanien. Ihr habt Wochen und Monate vorher geplant, gewandert, Waffeln gebacken und ganz viel organisiert. Die gemeinsamen Erlebnisse und der Einzug in Santiago sind jetzt die Belohnung für Euren Mut und Durchhaltewillen, trotz Blasen und Erschöpfung weiter zu gehen.
    Ich freue mich mit Euch und ganz besonders mit meiner Schwester Rita
    Euer Klaus

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